Marcus Peter Tesch

© Laurent Codaccioni

© Laurent Codaccioni

 

Marcus Peter Tesch wurde 1989 in Deggendorf (Niederbayern) geboren.
Seine ersten Theatererfahrungen sammelt er zuerst im Jugendclub P14 der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und dann in Produktionen von 400asa und René Pollesch.
Seit 2012 studiert er am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen.
Im Zuge seines Studiums ist er an kollektiven Projektarbeiten als Performer, Regisseur und Autor an der Erarbeitung von Performances beteiligt, von denen einige auf nationalen und internationalen Festivals („Wilsonstrasse“ Mannheim; „180° Festival für Neue Musik“ Sofia, Bulgarien; „LAB-Festival“ Frankfurt am Main) gezeigt werden.
Seit 2015 erarbeitet er Texte für Tanztheater-Produktionen am Theater Pforzheim, ausserdem Regie- und Dramaturgieassistenzen am Schauspiel Frankfurt, dem Mousonturm Frankfurt und der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, in Produktionen von Falk Richter und Eisa Jocson mit Schwerpunkt auf Text und zeitgenössischen Tanz.

 

MIT DEINEM BEIN IM MUND LÄSST ES SICH VIEL LEICHTER ICH LIEBE DICH LUKA SAGEN

Ein paar Körper hängen auf der Bühne rum und verkörpern die Idee des Kannibalismus als ein klassisch-achaisches Ur-Phänomen der Moderne, womit gemeint ist: die Liebe als eine klassischarchaische Ur-Idee des Theaters, die für das moderne Individuum die einzige Möglichkeit darstellt, den persönlichen Kannibalismus in einigermassen legaler Form ausleben zu dürfen. Schliesslich ist die Liebe nichts anderes als die reinste Form des Kannibalismus. Es geht also um Warentausch, Investitionen und liebevoll, schmerzhafte Fleischbeschau, während die rumhängen
und sich alles erzählen. Ihre Sexfantasien beispielsweise oder Impressionen aus dem letzten Urlaub auf dieser Sex-Tourismus-Insel im Amazonas. Es geht also um Sex. Wobei die Körper, die
da rumhängen, nicht nur irgendwelche rumhängenden Körper sind sondern der Körper der Königin von Dänemark beispielsweise oder ein narzistisch gestörter, bisexueller, internetbesessener Pornojunkykannibale oder ein dressierter Kakadu, der Repliken aus diesem einen Song von David Guetta rezitieren kann: „Was ich für die Liebe tat, was ich für, was ich für, was ich für die Liebe tat.“ Es geht also doch um die Liebe. Wobei die Liebe schlussendlich nur eine Möglichkeit ist, eine neben anderen Möglichkeiten mögliche Möglichkeit und es in Wirklichkeit um etwas ganz anderes geht: um einen Frosch nämlich, der in einen Topf voll Milch gefallen war. Und strampelt. Und strampelt.

Stückausschnitt “Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter Ich liebe dich Luka sagen”

 

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