Izabela Makowska

Izabela Makowska

© Raúl de Zárate

 

Izabela Makowska, geb. 1975 in Swiecie/Polen, aufgewachsen in Gdynia/Polen, lebt seit 1997 in Deutschland, seit 2002 in Berlin. Studium der Slawistik (Russistik/Polonistik) mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Magisterarbeit zum Thema: „Das diskrete Wort im Dialog. Intertextualität in Leonid Dobyc?ins Erzählungen“. Nach dem Studium diverse Praktika, u.a. am Polnischen Institut Berlin, im Zentrum für Historische Forschung Berlin, Hospitanz als Regieassistentin am Theater im Palais Berlin.

Seit Oktober 2016 arbeitet sie in einem Flüchtlingsheim in Berlin.

 

TAMSO

Heitor hat nichts mehr vor. Er ist depressiv und will sterben. Clarisa Roca, seine Frau, hat dennoch Absichten. Sie möchte Mutter werden, bevor Heitor stirbt. Gegen seine Abschiedsversuche wehrt sie sich und will ihren zwanghaften Wunsch ein Kind zu bekommen, nicht aufgeben.

Nach Heitors Tod trifft seine Familie wie zufällig aufeinander: Seine Mutter, die ihre Familie verlassen hatte und behauptet, dass sie von ihren Kindern ausgeplündert wurde. Der Vater, der ohne Adresse lebt und einen Unbekannten spielen muss, um der Mutter seiner Kinder am Strand zu begegnen. Sein Bruder Quinn, der sich danach sehnt, eine Frau mit Salz einzureiben. Und Clarisa Roca, die ihr bisheriges Leben trotz des Verlustes nicht aufgeben will.

Der unerwarteten Trauer widerstrebend betrachten sie Heitor auf einem Bildschirm. Der Verstorbene ist auf einer im digitalen Netz eingerichteten Blumenwiese zu sehen. Quinn hat eine digitale Form seines Bruders geschaffen und behauptet, dass Heitor nicht tot sei. Heitors Tod und Leben scheinen Teile einer digitalen Wirklichkeit geworden zu sein. Die Hinterbliebenen versuchen, jeder auf eigene Weise, mit Heitors Tod umzugehen und werden gleichzeitig mit der Tatsache konfrontiert, selbst ein Teil der digitalen Wirklichkeit zu werden.

Stückausschnitt “Tamso”

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